Die wichtigsten Informationen über unser Museum auf Deutsch.
Das Museum zu Koszalin befindet sich in der Młyńska-Straße 37-39 und liegt neben dem malerischen Park der pommerschen Herzöge, in unmittelbarer Nähe der Überreste der Stadtmauern.
Der Haupteingang zum Museum befindet sich an der Kreuzung der Młyńska- und Podgrodzie-Straße.
Parkplätze
Die Besucher des Koszalin-Museums können zwei nahe gelegene kostenlose Parkplätze nutzen:
- P1 – an der Kreuzung der Straßen Dąbrowskiego und Podgrodzie (mit 2 Behindertenparkplätzen),
- P2 – 250 Meter weiter entfernt, an der Grunwaldzka-Straße.


Erläuterung zu der obigen Fotos
- 1 – Haupteingang des Museums,
- 2 – Eingang für Rollstuhlfahrer,
- 3 – Räume, in denen die Ausstellung „Antike Kunst und Handwerk vom Barock bis zum Jugendstil” präsentiert wird,
- 4 – ehemalige Räume der Mühle, in denen Wechselausstellungen präsentiert werden,
- 5 – Verwaltungsgebäude,
- 6 – Raum mit der archäologischen Ausstellung „Vorgeschichte Pommerns”,
- 7 und 8 – ethnographische Ausstellungen: „Pommersche Schmiede”, „Fischerhütte” und „Schuhmacherwerkstatt”,
- 9 – Gasthaus „Gospoda Jamneńska”,
- 10 – Ausgang des Museums,
- P1 – Parkplatz an der Kreuzung der Dąbrowskiego- und Podgrodzie-Straße,
- P2 – Parkplatz an der Grunwaldzka-Straße.
Öffnungszeiten
- Vom 1. September bis 30. Juni: Dienstag bis Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr,
- Vom 1. Juli bis 31. August: Dienstag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr.
- Montags ist das Museum für die Besucher geschlossen.
- Der Tag des freien Besuchs der Dauerausstellungen ist der Sonntag.
Muzeum w Koszalinie
ul. Młyńska 37-39
75-420 Koszalin
Sekretariat
(94) 343 20 11
sekretariat@muzeum.koszalin.pl
Geschichte des Museums
Das Museumswesen in Koszalin (einst: Köslin) begann anerkanntermaßen im Jahre 1912, als der deutsche Verein für Heimatkunde und Heimatschutz im Rathaus seine erste Ausstellung eröffnete. Zwei Jahre später konnte das von diesem Verein gegründete Heimatmuseum seine ersten Räumlichkeiten in der heutigen Szpitalna-Straße beziehen.
Ab dem Jahr 1929 hatte es seinen neuen Sitz in der heutigen Piłsudskiego-Straße. Am 15. Juni 1947 eröffnete man an derselben Stelle (die Sammlung des deutschen Heimatmuseums teilweise mitverwendend) nun die entsprechende polnische Institution. Ihr Schicksal verlief wechselvoll: mehrmals änderte sich die Organisationszugehörigkeit (u. a. als Zweigstelle des Nationalmuseums Stettin, dann des Mittelpommerschen Museums in Słupsk), der Name (Archäologisch-Historisches Museum, Bezirksmuseum) sowie der Standort. Das heutige Museum zu Koszalin befindet sich auf dem Grundstück in der Młyńska-Straße 37-39 mit der Alten Mühle und dem daran anschließenden repräsentativen klassizistischen Bürgerhaus, welches der Mühlenbesitzer Carl Gellert Ende des 19. Jhs. hat errichten lassen.
Das letztere Bauwerk wurde 1913 um ein repräsentatives Treppenhaus mit Turm erweitert – auf diese Weise versuchte man ihm den Charakter einer städtischen Residenz zu verleihen. Heutzutage sieht sich dieses historische Haus auf dem Museumsgrundstück in der Nachbarschaft neuerer Baulichkeiten sowie einer als Freilichtmuseum angelegten, aus dem Dorf Dąbki (einst: Neuwasser) hierher umgesetzten Fischerhütte.
Wertvolle, nicht nur aus Pommern stammende Artefakte und Kunstwerke sind auf fünf Abteilungen verteilt: Zeitgenössische Kunst, Alte Kunst, Geschichte, Archäologie und Ethnografie. Die Sammlungen umfassen mehr als 45 Tsd. Stücke. Unser Museum organisiert wissenschaftliche Konferenzen, archäologische Forschungen, Bildungsaktivitäten und Events im Freien.
Was wir unseren Besuchern bieten
Alte Kunst
Leider haben sich bis in unsere Zeit hinein weder die ursprünglichen Räume des Gellert’schen Bürgerhauses noch dessen Ausstattungen erhalten. Man hat sich entschieden, keine getreue Attrappe der ehemaligen Müllerresidenz zu erschaffen, sondern hier Wohnräume in unterschiedlichen Einrichtungsstilen anzulegen, um den Besuchern eine Vorstellung von dem einstigen Mode- und Geschmackswandel zu vermitteln, und gleichzeitig zumindest einen Teil von Möbelstücken, Gemälden, Skulpturen und Kunsthandwerklichem zu präsentieren.
Die Ausstellung „Alte Kunst und Handwerk vom Barock bis zum Jugendstil” nimmt ein paar Räume ein. Die beiden „roten“ Säle beherbergen eine Ausstattung aus der Barockzeit (17. und 18. Jh.). Das „blaue“ Zimmer ist wiederum dem Empire-Stil (1800–1815) gewidmet. Von da gelangt man in einen dunkelgrünen Raum, wo die komfortable und solide, aber durchaus anmutsvolle Ästhetik der Biedermeier-Epoche (1815–50) vorherrscht. Dann spaziert der Besucher in den „gelben“ Salon hinüber, dessen Einrichtung der würdevollen Zeit des Historismus (2. Hälfte des 19. Jhs.) nachempfunden ist.
Der Spaziergang endet im erfrischenden, frühlingshafte Leichtigkeit ausstrahlenden, mit Pflanzenornamenten ausgefüllten Hellgrün des Jugendstils. Es ist schon der Mühe wert, auch nur für einige Augenblicke in die Atmosphäre der vergangenen Zeiten einzutauchen und so das alte Wohnen mitzuerleben.
Archäologie
Den umfangreichsten Bestand im Museum zu Koszalin stellen archäologische Artefakte dar. Vor ca. 12 Tsd. Jahren hat sich der Eisschild endgültig von Pommern zurückgezogen, so dass die Besiedlung durch Menschen möglich geworden ist. Jahrtausende lang evolvierte hier langsam die menschliche Zivilisation: zunächst mit den allerersten Landwirten und Erbauern der geheimnisvollen megalithischen Gräber; dann mit bronze‑ und eisenzeitlichen Schmiedemeistern; dann mit Goten, von denen bis heute Steinkreise und Kurgane erhalten sind; mit mächtigen Trutzburgen der alten Slawen; schließlich mit dem Mittelalter, der Epoche von ersten Städten, Klöstern und Schlössern.
In der Ausstellung „Pommerns Urgeschichte” präsentieren wir eine einzigartige, ornamentierte Hacke aus dem Mesolithikum sowie eine ganze Reihe von ausgesprochen kunstvoll gearbeiteten Steinbeilen. Eindrucksvoll ist die 3000 Jahre alte Gesichtsurne, eine Art Sargportrait in überraschend abstraktem Stil. Da sind Glasperlenketten und Fibeln, die einst von den bis hierher anreisenden Römern bei den einheimischen Barbaren gegen den im ihrem Imperium so hoch geschätzten baltischen Bernstein eingetauscht wurden – und die man auch heute gerne tragen würde. Als eine besondere Zierde unserer Ausstellung sind die goldenen Fibeln und Schmuckstücke aus der Gotenzeit zu nennen, sowie die mit einem silbernen Lebensbaumbild verzierte frühmittelalterliche Lanzenspitze zu nennen.
Von den meisten antiken Gesellschaften ist keine Schrift überliefert – nur Artefakte, die man jetzt durch Ausgrabungen zu Tage fördert, aus denen sich jedoch oft mehr herauslesen lässt, als aus manchem Buch.
Ethnografie
Der Ausstellungsbereich „Pommerscher Alltag in der Mitte des 20. Jhs.” bietet nicht nur anschaulichen Geschichtsunterricht, sondern auch eine stimmungsvolle Reise in die Vergangenheit: eine Begegnung mit Gegenständen, die aus unterschiedlichen Kulturwelten stammen.
Nach 1945 vollzog sich in Pommern ein Bevölkerungswechsel: an die Stelle der Ausgesiedelten kamen Menschen, die sich eine neue Heimat zum Niederlassen finden mussten. Bescheidene Habseligkeiten mitbringend, war es für sie eine Herausforderung, sich mit den von den bisherigen Bewohnern zurückgelassenen Gütern vertraut zu machen, deren Verwendungsweck sie oftmals nicht kannten. Diese Ausstellung wird in einer Hütte des 1983 auf das Museumsgrundstück aus Dąbki/Neuwasser umgesetzten Fischergehöfts präsentiert.
In einem zweiten Gebäude desselben historischen Gehöfts zeigen wir eine Schusterwerkstatt: Nachbildung eines komplett ausgestatteten Schuhmacher-Werkraums vom Anfang des 20 Jhs.
In einer rekonstruierten Scheune aus dem Dorf Paproty (einst: Parpart) ist die Dauerausstellung Pommersche Schmiede untergebracht, voller faszinierender Werkzeuge, die das in Pommern ab Mitte des 19. bis Mitte des 20. Jhs. existente technische Gedankengut veranschaulichen.
Jamunder Bauernhof
Die reich entwickelte ländliche Kultur der unweit von Köslin gelegenen Dörfer Jamno und Łabusz (einst: Jamund und Labus) übte bereits auf deutsche Forscher eine Faszination aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg interessierten sich auch polnische Ethnografen für sie. Doch erst seit kurzem können wir sie direkt an ihrer Wiege präsentieren, nämlich in Jamno, nachdem das Dorf 2010 zusammen mit Łabusz in die Verwaltungsgrenzen Koszalins eingegliedert worden ist.
Der 2019 als Museumsbereich eröffnete Jamunder Bauernhof besteht aus zwei Gebäuden: einer Bauernhütte und einer Scheune, die man anhand von 1927 angefertigten Inventurskizzen rekonstruiert hat. Das Innere des Wohnhauses beinhaltet echte Ausstattungsgegenstände aus Jamund, die aus der Wende des 19. zum 20., teilweise noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Sie „erzählen“ vom täglichen Leben der einstigen Dorfbewohner. Das zweite nachgebaute Objekt ist die Scheune, die aber nur durch ihre äußere Form und Bauart an das 1765 errichtete Original anknüpft. Die Einteilung ihres Innenraums folgt den didaktischen Funktionen.
Auf dem Jamunder Bauernhof finden Workshops zu unterschiedlichen Themen statt: Kultur des Raumes Jamno/Jamund, rituelle Weihnachts- und Osterkunst, Keramik. Die Teilnehmer lernen alte handwerkliche Techniken kennen wie Stickerei, Polychromie, Stempeldruck und Weberei. Kinder und Jugendliche werden hier über das Leben im alten Jamund unterrichtet.
An professionelle Volkskundler und alle sonstigen Liebhaber der Folklore richtet sich die wissenschaftliche Veranstaltungsreihe unter dem gemeinsamen Titel „Jamunder Seminare“.
Vier Mal im Jahr macht sich auf dem Gelände dieses Bauernhofs der Jamunder Markt breit – ein bei Koszalinern wie bei Touristen äußerst beliebtes „volkstümliches“ Fest, wo es fröhlich-laut und bunt zugeht.
